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Do what you wish cube - Objektbeschreibung durch den Künstler

Wie man eine Erdbeere schenkt und mehr

"Was möchtest Du der Menschheit schenken?", "Ich würde eine Erdbeere schenken, weil die nachwachsen."

Ein Frage, eine Antwort - allerdings lagen dazwichen rund sieben Minuten, welche die befragte Person, bzw. ihr Avatar, in einem virtuellen Raum verbrachte, welcher nahezu keine optischen Anreize enthielt. Ein Raum, der zu fast vollständiger Orientierungslosigkeit führte. Sieben Minuten für eine Antwort auf eine, betrachtet man es genauer, eigentlich philosophische Frage.

Und eine Antwort, die einen gewissen Reiz enthält. - Schenke ich eine Erdbeere, dann schenke ich etwas süßes, fruchtiges - Erdbeeren gibt es im Frühling und Sommer, viele Assoziationen gehen mit dieser Frucht einher. Und Erdbeeren wachsen nach - d.h. man schenkt aus vollem Herzen? Man betrachte in diesem Zusammenhang auch die Form einer Erdbeere.

Ein Würfel hat, was niemanden überrascht, sechs Seiten. Man könnte beispielweise die Seite "1" und die Seite "6" als komplementär betrachten, um die sich die Seiten "2" bis "5" drehen. Was würde es bedeuten, wenn der Wunsch, eine Erdbeere zu schenken, eigentlich gar keine Antwort auf die Frage wäre, sondern vielmehr eine Rückfrage?

A strawberry is a question

but not an answer

Es ist eine Frage, die zugegebener Maßen ein jeder für sich selbst beantworten muss. Die Kernaussage eines Schriftstellers in einem hervorragenden Spätwerk aufgreifend, führen die Seiten "2" bis "5" weiter aus:

DO WHAT YOU WISH

also: Tu was du willst

Ebenso, wie jener Schriftsteller sein Werk um diese Aussage aufbaute, nämlich beschrieb, dass das eigentliche Problem darin liegt, zuerst einmal heraus zu bekommen, was man wirklich will, ist der Würfel als Antwort auf die vermeintliche Gegenfrage zu betrachten. Weshalb der sich drehende und windende Würfel auch blutrote Tränen ausströmt - oder ist es doch süßer Erdbeersaft?

Nun leuchten diese Gedanken an der Flanke des virtuellen Kölner Doms, wo der rätselhafte Würfel unermüdlich alle sechs Seiten zeigt, wenn auch für den Betrachter in Gänze nicht immer sofort ersichtlich. In diesem Kontext darf die Verknüpfung nicht fehlen, Beziehungen zum Umfeld wollen hergestellt werden. Kurzum, ein Haus für den Würfel muss her.

Lokalkolorit will aufgegriffen werden: Die Ehrenfelder Moschee unweit des Kölner Doms bietet sich an, architektonisch einen Kontrapunkt zu setzen. Hat die gothische Bauweise bereits das luftig Leichte stets als Ziel verstanden, aufstrebend in den Himmel, ist deshalb ein Rückfall in den romanischen Stil ein Muss. Allerdings, durchbrochen soll er sein, analog zum Zeitgeist. Und einen Widerspruch soll er enthalten, den die zukünftigen gläubigen Besucher der entstehenden Moschee erst mit sich ausfechten müssen. Drei Seiten sind es, die uns, den Mensch, bestimmen.

Yoku Tison, Köln, 18. Mai 2011


Ausstellung: Karnevalswagen der vergangenen Session


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